Leserbrief SZ Erding 01.02.12 Weniger Kohlendioxid - Verband würdigt FMG-Beteiligung an freiwilliger Klimaschutzinitiative

Lächerliche Einsparung

Es ist reine Volksverdummung, wie der Europäische Flughafenverband und die Flughafen München GmbH ihre Klimaschutz-Initiative vermarkten. Das ist so, als würde ein Kohlekraftwerk einen Preis für den Einbau neuer Fenster im Pförtnerhäuschen bekommen.

Deshalb werden die prämierten CO2-Einsparungen auch ausschließlich in beeindruckenden 730000 Tonnen für ganz Europa angegeben. Die Maßnahmen bei Gebäuden und Bodeninfrastruktur sind aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein des Gesamtproblems von 130 Millionen Tonnen CO2 allein in der EU. Der prozentuale Anteil der Einsparungen am CO2-Gesamtausstoß des Luftverkehrs in Europa beträgt also nur lächerliche 0,005 Prozent und wird deshalb auch wohlweislich nicht genannt. Das prognostizierte Wachstum von Flugbewegungen und Passagierzahlen verfrühstückt jede dieser gut gemeinten, aber in der Größenordnung lächerlichen Einsparungen.

Nach einer Studie des Verkehrsministeriums stieg von 1990 bis heute der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids in der Luftfahrt um 87 Prozent. Die Deutsche Luft- und Raumfahrtforschung DLR rechnet bis 2050 noch einmal mit einer Verdopplung des CO2-Ausstoßes durch die Luftfahrt. Das sind Größenordnungen, über die es sich zu berichten lohnt! Solange der Flugverkehr nicht auf ein absolut notwendiges Maß zurückgefahren, sondern durch Subventionen und Verdrängungswettbewerb weit jenseits des Bedarfs angekurbelt wird, ist ein solcher Marketing-Gag unanständig.

Karl Heinz Jobst

SZ-Artikel 31.01.12 Entrümpelter Lebensstil

Prof. Niko Paech

ÖDP propagiert Thesen der 'Postwachstumsökonomie'
Erding - Die ÖDP sieht ihren alten Grundsatz 'Weniger ist mehr' wissenschaftlich bestätigt. Dabei geht es um die 'Postwachstumsökonomie', mit der sich der Ortsverband der Erdinger ÖDP bei ihrer Jahreshauptversammlung beschäftigt
hat.

Die ÖDP berief sich dabei auf die Forschungsergebnisse des deutschen Volkswirtschaftsprofessors Niko Paech. Roswitha Bendl erläuterte anhand seiner Präsentation die Fragestellung: 'Ist wirtschaftliches Wachstum mit nachhaltiger
Entwicklung vereinbar?' Paech bezeichnet als Postwachstumsökonomie ein Wirtschaftssystem, das zur Versorgung des menschlichen Bedarfs nicht auf Wirtschaftswachstum angewiesen ist, sondern sich durch Wachstumsrücknahme
auszeichnet. Er grenzt sich dadurch bewusst von Begriffen der  Nachhaltigkeitsdebatte wie 'grünem' oder 'nachhaltigem' Wachstum ab. Er sieht die Notwendigkeit für eine solche Wirtschaftsordnung in der gescheiterten Entkopplung der Umweltschäden und des Rohstoffverbrauchs von der Wertschöpfung. Die Glücksforschung zeige zudem klar, dass durch weiteren Konsum oder höhere Einkommen keine Steigerung des Wohlbefindens mehr erreicht werden kann. Es gebe eben per se keine nachhaltigen Produkte und Technologien, sondern nur nachhaltige Lebensstile.

Bendl betonte, dass die Präsentation zugegebenermaßen keine leichte Kost sei, man müsse sich aber angesichts des unausweichlich scheinenden Weltwirtschaftskollapses mit dieser Lehre befassen, ob man wolle oder nicht. Auf den regionalen politischen Handlungsspielraum heruntergebrochen hieße das dann zum Beispiel: Subventionsabbau, Arbeitszeitumverteilung, Flächenverbrauchsmoratorium, Geld- und Bodenreform und Verkehrsrückbauprogramme.

In der anschließenden Diskussion waren sich die Mitglieder des Ortsverbandes einig, dass eine sichere und glückliche Zukunft in der Entschleunigung und Entrümpelung des eigenen Lebensstils und in Umverteilung statt Wachstumszwang liege. Dabei gehe es angesichts der Klimakatastrophe um nichts anderes als Selbstschutz, denn der Fortbestand der Welt unter der gerade noch akzeptablen globalen  Klimaerwärmung von zwei Grad Celsius wäre der unschätzbare Lohn.

ÖDP-Ortsverband Erding wählt neuen Vorstand

Mit Wolfgang Reiter (Bild Mitte) hat die Erdinger ÖDP am 25.01.12 einen Routinier zum neuen Vorsitzenden gewählt. Als Stellvertreterin wurde wieder Christina Treffler bestätigt. Als Beisitzer stellten sich Gislinde Wohlrab, Helmut Trinkberger und Karl Heinz Jobst zur Verfügung. Alle Kandidaten erhielten übrigens 100% der Stimmen. "Wolli" Reiter betonte in seiner Antrittsrede die Verzahnung und intensive Zusammenarbeit mit dem Kreisvorstand, die einen geringen Verwaltungsaufwand im Ortsverband und deshalb auch seine Rückkehr in die aktive Kommunalpolitik möglich macht.

v.l. Karl Heinz Jobst, Gislinde Wohlrab, Wolfgang Reiter, Christina Treffler, Helmut Trinkberger

SZ Erding 04.01.12

ÖDP fordert mehr Geld für Kommunen

Durch die bayerische Schulreform steigen die Kosten bei der Schülerbeförderung

Erding - Der Erdinger ÖDP-Kreisverband fordert zusätzliche staatliche Finanzmittel für die Kommunen. Dies betonen vor dem Hintergrund steigender Schlüsselzuweisungen der ÖDP-Kreisvorsitzende Stefan Treffler und Kreisrat Karl Heinz Jobst in einer Pressemitteilung.
Sie nennen zwei Beispiele, wie die Gemeinden entlastet werden könnten: Die Zuschüsse zur Schülerbeförderung sollen von 60 auf mindestens 66 Prozent angehoben werden; und der kommunale Anteil am Kraftfahrzeugsteuerersatzverbund soll von 51 auf 55 Prozent steigen.

Dass die Schlüsselzuweisungen als Beteiligung der Kommunen an den Steuereinnahmen des Freistaats höher als im Vorjahr ausfallen würden, sei zu erwarten und vorsichtig eingeplant gewesen, teilt Treffler mit. Seit langem sei klar gewesen, dass die Steuereinnahmen kräftig gestiegen seien. Dies sei kein Verdienst der Staatsregierung, wie es der CSU-Abgeordnete Jakob Schwimmer betone, sondern dies sei dem 'Fleiß der Bürger und der Widerstandskraft der Betriebe gegen die Finanzkrise zu verdanken'. Finanzschwache Gemeinden lasse diese Umlage 'einmal kurz durchatmen, mehr aber auch nicht'. Höhere Schlüsselzuweisungen bedeuteten nicht, dass die Kommunen ihre Pflichtaufgaben problemlos finanzierten könnten.

Nach Auffassung von Jobst ist die Schulreform ein Beispiel dafür, wie Kosten an den Kommunen hängen blieben. Hier seien es höhere Schülerbeförderungskosten. 'Das ist eine Schulreform auf dem Rücken der Kommunen', urteilt Jobst. Aufgaben seien in den vergangenen Jahren von Bund und Land auf die Kommunen abgewälzt worden, 'ohne das Konnexitätsprinzip der Kostenverantwortung einzuhalten'. Auch für die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz müssten Kommunen Milliarden Euro investieren.

Leserbrief SZ 29.12.11 Gigantische Verschwendung

zu Urbane Mobilität lebt nicht vom Autoverkehr – SZ 17./18.12.2011 Seite 6

Das Interview mit Planer Gebhardt Wulfhorst hält der Kommunalpolitik gnadenlos den Spiegel vors Gesicht und spricht der Erdinger ÖDP aus dem Herzen. Mit den Dauerthemen Ortsumfahrung, öffentlicher Personennahverkehr, Gewerbegebietsansiedlung und überregionales Denken trifft Wulfhorst exakt die Wunden, die mit herkömmlichen Maßnahmen niemals geheilt, sondern bestenfalls nur für eine Zeit lang mit Hansaplast abgedeckt werden. Das Hoffen auf Selbstheilungskräfte gegen Verkehrszunahme und Flächenverbrauch ist vergeblich.

Jeder Bürgermeister kennt die prinzipiellen Denkfehler der provinziellen Infrastrukturplanung, aber keiner will seine missverstandene Planungshoheit aufgeben, so lange er noch Hoffnung auf Wachstum durch ein paar Gewerbesteuer-Euro hat.

Gnadenlos wird durch Ortsumfahrungen die Verkehrsentlastung der Einen mit einer Belastung der Anderen und durch Verlust von Lebensqualität durch Umweltschädigung erkauft. Dafür werden angeblich alternativlos zig Millionen Baukosten und exponentiell steigende Folgelasten akzeptiert, obwohl jeder weiß, dass wir die vorhandenen Straßen und Gewerbegebiete schon heute nicht mehr erhalten können, sondern dass sie wegen Geldmangel dem schleichenden Verfall preisgegeben sind. Eine gigantische Ressourcenverschwendung!

Wir brauchen nicht mehr Straßen, sondern weniger Verkehr! Wer den Artikel aufmerksam liest, wird verstehen, warum die ÖDP neue Gewerbegebiete, die Erdinger Nordumfahrung im Speziellen, neue Straßen im Allgemeinen und ökonomisches Wachstum kritisch sieht.

Karl Heinz Jobst

PM 14.12.2011 "Pumpkapitalismus"

Bernhard Suttner und Stephan Treffler ehren Franz Mayrhofer für 25jährige Mitgliedschaft

Suttner in Eichenried zu Ursachen und Folgen des Pumpkapitalismus

Zu Kapital und Schulden aus ökosozialem Blickwinkel nahm kürzlich Bernhard Suttner, Politologe und früherer bayrischer ÖDP-Vorsitzender, in Eichenried auf Einladung des Kreisverbandes Stellung

Suttner lobte eingangs Schäubles Satz „40 Jahre Pumpkapitalismus müssen beendet werden“.  Damit habe endlich einmal ein Regierungsmitglied das Urübel der weitverbreiteten Verschuldungsmentalität angesprochen - leider ohne dass daraus die nötigen Konsequenzen gezogen würden. In Zeiten guter Konjunktur sei nämlich Tilgung statt neuer Verschuldung dringend nötig.

Die derzeitige 2200 Milliarden € Gesamtverschuldung mache 82% des Brutto-Inlands-Produkts Deutschlands aus. Dies verstoße eindeutig gegen die im noch gültigen Maastricht-Vertrag festgelegte Höchstgrenze von 60%, die allerdings bereits unter Schröder-Fischer gerissen worden sei.

Zwei Maßnahmen haben laut Suttner die derzeitige katastrophale Entwicklung entscheidend beeinflusst: Erstens die völlige Abschaffung der Vermögenssteuer im Jahr 1996 durch Kohl. Zwar habe das Verfassungsgericht in Karlsruhe festgestellt, dass die damals bestehende Form nicht verfassungsgemäß war, weil Geld und Immobilien gleich bewertet werden müssten – eine Abschaffung war aber keineswegs erforderlich.

Suttner widerlegte auch den immer gehörten Einwand: schon versteuertes Geld dürfe nicht neu besteuert werden, indem er darauf verwies, dass man dann auch die Mehrwertsteuer abschaffen müsse, weil auch dieses Geld vorher schon durch Lohn/Einkommensteuer versteuert wurde.

Der zweite riesige Fehler, der in der Folge die Großunternehmen krass bevorzugt und den Mittelstand enorm benachteiligt, sei der Beschluss aus rot-grünen Zeiten, dass beim Veräußern von Konzernteilen künftig keine Steuern mehr fällig würden. Konzerne rechneten sich so über ein Geflecht von Tocherfirmen, Lizenzgebern und konzerneigenen Kreditvergaben für die Steuer arm. Das führe zum Ausfall von zweistelligen Milliardenbeträgen und im Gegenzug zu einer massiven Erhöhung der Staatsverschuldung. Die Börse habe diese Änderung, mit einem fulminanten an die Decke – Schießen der Aktien quittiert.

Laut Suttner gäbe es durchaus Möglichkeiten, das ungerechte System zu ändern. Ein seriöser Vorschlag des Wirtschaftswissenschaftlers Jarras liegt auf dem Tisch: Besteuerung am Ort der Wertschöpfung - vor dem Zahlen von Zinsen und Abgaben.  Dann wäre auch eine Steuersenkung  für alle Unternehmen durchaus machbar und mehr Gerechtigkeit für den Mittelstand gegeben.

„Ständiges Wachstum“ so Suttner abschließend,  „hält der eine Planet, den wir haben, nicht aus – es zehrt seine Ressourcen auf.“ Nur weil zwei Milliarden Menschen in extremer Armut leben sei es noch nicht zum Kollaps gekommen.

Eine zwar für den Pumpkapitalismus verbotene Denk – und Lebensweise, die aber den Menschen nicht weniger Glück und Zufriedenheit bringe sei dringend nötig:  die Rückkehr zum rechten Maß.

Roswitha Bendl

Pumpkapitalismus aus dem öko-sozialen Blickwinkel

Mentor der ÖDP - Bernhard Suttner

Bernhard Suttner spricht in Eichenried

Schon immer hat die ÖDP vor den Auswirkungen der Verschuldung und der ungezügelten Globalisierung  gewarnt. Keiner tat das so dezidiert und kenntnisreich wie Bernhard Suttner, Politologe und langjähriger Vorsitzende der ÖDP Bayern.

Bernhard Suttner kommt am 07.12.2011 als Landesbeauftragter für Grundsatzfragen nach Eichenried in den Landgasthof Stangl und spricht um 19.30h vordergründig über die Krisen der Banken, des Kapitals, der EU. Im Grunde genommen geht es dabei jedoch immer auch um die Sinnkrise einer Gesellschaft, die sich der Gewinnmaximierung und der möglichst flotten Verzinsung einer jeglichen Investition verschrieben hat.

Der ÖDP-Kreisverband Erding lädt zu dieser Veranstaltung herzlich ein.

 

 

Do. 17.11.11 Öffentl. Vorstandssitzung im Zeichen der Agrogentechnik

Mit Bedacht hatte der Kreisverband der Erdinger ödp seine öffentliche Vorstandssitzung ins Erdinger Holzland verlegt. Tagte doch in Hofstarring gleichzeitig im gleichen Gasthaus der Bauernverband. Deshalb stand das Thema Agrogentechnik auch bewusst im Mittelpunkt. Barbara Greimel, von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft unterstützte als Referentin die Sitzung mit ihrer umfassenden Kenntnis. Aktuell wurde über den Kreistagsantrag der ÖDP diskutiert, der Landkreis möge ein agrogentechnikfreier Landkreis werden und dies in seinen eigenen Institutionen umsetzen.

Ärger hatte dazu die Beschlussvorlage für die kommende Strukturausschusssitzung am 21.11. verursacht, die in keiner Weise auf den Inhalt des Antrags eingeht, sondern wieder einmal die Befassung mit der Thematik wegen angeblich fehlender Zuständigkeit des Landkreises ablehnt. Der Vorstand wertete dies als glatte Verfehlung des Themas und vergab die Schulnote 6. Dies werde man nicht so hinnehmen, sondern ein erneutes Protestschreiben an den Landrat richten und notfalls Hilfe der kommunalen Aufsichtsbehörde in Anspruch nehmen.

Pikant ist, dass der Landkreis damit einer Empfehlung des Umweltministeriums entgegenhandelt, das das Prädikat „Gentechnikfreie Kommune“ vergibt. Mehr als 100 Kommunen und Landkreise in Bayern haben sich mittlerweile zur gentechnikfreien Kommune erklärt. Siehe hierzu http://www.stmug.bayern.de/umwelt/gentechnik/kommunen/index.htm

Gerade heute erreichte uns eine weitere Meldung von Umweltminister Huber über die Verleihung von Umweltmedaillien unter anderem auch an Kommunen, die den gentechnikfreien Anbau unterstützen. (siehe Anlage)

Dazu Kreisrat Jobst: Überall ist offenbar die Zuständigkeit gegeben, nur in Erding nicht.

Es kann nur vermutet und gerätselt werden, ob dies unter Umständen damit zu tun hat, dass in der CSU-Fraktion des Erdinger Kreistags ein Bundestagsabgeordneter und erklärter Lobbyist der Agrogentechnik sitzt.

In der weiteren Sitzung berichtete Kreisvorsitzender Stephan Treffler über die Arbeit der ödp-Fraktion zur Hälfte der Wahlperiode. Dabei zog sich wie ein roter Faden die Ablehnung sämtlicher ödp-Anträge im Kreistag durch. Ein Trost ist jedoch, dass sich die zuerst abgelehnten Forderungen nach längerer Zeit doch durchsetzen. Als Beispiele nannte Treffler den Atomausstieg und die Energiewende.

2. Treffen der ÖDP-Kreisverbände ED und FS mit Münchner ÖDP-Stadtrat

v.r. Stephan Treffler, Angela Kern, Tobias Ruff

Beim zweiten Treffen der ÖDP Kreisverbände Freising und Erding waren der Flughafen und die Dritte Startbahn das Thema schlechthin – und dies in verschiedenster Hinsicht. Zu Gast war nämlich Tobias Ruff, ÖDP Stadtrat in München, und informierte zunächst über die Beteiligung beim Bürgerentscheid über die Dritte Startbahn, der von den Münchner Grünen initiiert worden ist. Dabei sei sicher gestellt, dass die ÖDP als gleichberechtigter Partner beteiligt werde. Die Rolle der FMG in der Region im Nachbarschaftsbeirat, in der Airfolgsregion und beim Sponsoring von Vereinen und Schulen wurde ebenfalls thematisiert und Tobias Ruff nahm Informationen über die geplante Nordumfahrung Erdings und zum S-Bahn-Ringschluss mit nach München. Der Kreisvorsitzende der ÖDP Erding und Angela Kern, Geschäftsführerin der ÖDP aus Freising, machten deutlich, dass die produktiven Treffen der beiden Kreisverbände auch im nächsten Jahr ihre Fortführung finden sollen.

Großdemo gegen 3. Startbahn auf dem Marienplatz

Über 10.000 haben am 29. Okt. auf dem Münchner Marienplatz Seehofer, Ude und Kerkloh die Meinung gegeigt. Die Erdinger ÖDP war dabei und wurde von Hans Well und Herzbluat mit bissigen Texten unterstützt.

Artikel MM 28.10.11

Der falsche Weg für Bauern ist Wachstum um jeden Preis, warnte der AbL-Vorsitzende Josef Schmid (r.). Foto: Weingartner

Plädoyer für eine bäuerliche Landwirtschaft

Dorfen - Wachstum um jeden Preis ist kein Allheilmittel. Auch nicht in der Landwirtschaft. Das ist der Tenor einer Veranstaltung des Kreisverbandes der ÖDP zum Thema „Genug ist genug - Landwirtschaft am Scheideweg“.

Die Ökopartei hatte dazu die Vorsitzenden des Landesverbandes Bayern der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Edith Lirsch und Josef Schmid, eingeladen.

Nur eine handvoll Zuhörer waren dazu ins Gasthaus Lebzelter gekommen, was vielleicht an der hier relativ unbekannten Berufsvertretung des Bauernstandes gelegen haben mag. Der ÖDP-Kreisvorsitzende Stefan Treffler hat die AbL eingeladen, weil sie eine für seine Partei „interessante Position zur schwierigen Situation in der Landwirtschaft“ vertrete. Treffler gefällt die AbL-Forderung, „genug ist genug“.

Zunächst stellten Lirsch und Schmid ihren Verband als „unabhängige Bauernstimme“ vor. Das könne man vom Bayerischen Bauernverband nur bedingt sagen, der mehrmals wegen seiner hierarchischen Struktur und mangelnden Interessensvertretung der kleineren Betriebe heftig attackiert wurde. Dafür gab es dann Kritik vom Stadtrat und Landwirt Johann Selmair, der den BBV durchaus als seriöse Berufsvertretung sah.

In der Agrarpolitik sei gegenwärtig ein Paradigmenwechsel zu beobachten, erklärten Lisch und Schmid. Man orientiere sich immer mehr an dem Allheilmittel Wachstum. „Da sitzen wir in der Landwirtschaft im falschen Zug“, warnte der Neufraunhofer Biobauer Schmid. „Wachsen, wachsen“, sei die falsche Richtung. Wo das hinführe, zeige die derzeitige Finanzkrise deutlich.

Eine zentrale Forderung der AbL sei, dass die landwirtschaftliche Produktion sich an der Haltung der Gesellschaft orientiere. Die wolle keine industriealisierte Agrarwirtschaft mit Massentierhaltung, Gentechnik und Patenten auf Pflanzen und Tiere. Letztlich führe das die Bauern in eine Fremdbestimmung durch Agrarkonzerne. (prä)

 

Lebhafte Diskussion zum Thema Nachhaltige Landwirtschaft

Bei einer ÖDP-Veranstaltung im Gasthaus Lebzelter in Dorfen zum Thema „Genug ist genug“ stellten kürzlich die Vorsitzenden der AbL in Bayern, Edith Lirsch aus Triftern, Kreis Rottal–Inn und Josef Schmid aus Neufraunhofen bei Velden Forderungen ihres Verbandes vor.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (AbL) vertritt die  Interessen von konventionell als auch ökologisch wirtschaftenden Bauern und Bäuerinnen, und tritt für eine nachhaltige – das heißt eine sozial- und umweltverträgliche -  Landwirtschaft ein.

Im Mittelpunkt der Ausführungen standen die anstehende EU-Agrarreform und die sinnvolle Verteilung der Gelder aus dem EU-Topf.

Die Referenten berichteten, dass die EU-Kommission erst vor kurzem ihre  Vorschläge zur EU-Agrarpolitik der Jahre 2014 bis 2020 vorgelegt habe. Dort seien erfreulicherweise zentrale Forderungen der AbL und ihrer Bündnispartner (z.B. Misereor, Brot für die Welt und Forum Umwelt und Entwicklung etc.) aufgegriffen worden. Während sich nämlich bisher die Subventionen nach der Größe der Fläche richteten, sollen die Gelder in Zukunft abhängig von Leistung und Bewirtschaftungsart erfolgen. Davon würden nach Meinung der AbL kleine und mittlere Betriebe, aber auch der Artenschutz, die Wasserqualität und natürlich die Verbraucher profitieren.

Gegen die Reform gäbe es natürlich erhebliche Widerstände der bisherigen Profiteure und der Bundespolitik, die sich seit Jahren gegen den grundlegenden Umbau der Agrarpolitik stellen.

Von Anfang an ergaben sich bei der Veranstaltung angeregte und zum Teil kontroverse Diskussionen der gut informierten Zuhörer. Einigkeit herrschte aber durchaus darüber, dass das oberste Ziel sein müsse, die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und dem Trend zu Billigstprodukten im Lebensmittelbereich gegenzusteuern.

Lirsch und Schmid appellierten leidenschaftlich dafür, auch im Konflikt Energie und Lebensmittel nicht nach dem Motto „Augen zu und durch“ zu agieren, sondern dem Trend zur industriellen Landwirtschaft zu widerstehen.

Artikel SZ 22.10.2011 Fragwürdiges Vorgehen

Erding - Kreisrat Karl Heinz Jobst (ÖDP) ist verwundert über das Vorgehen von Landrat Martin Bayerstorfer (CSU): Jobst hatte beantragt, der Kreistag solle entscheiden, ob man im Landkreis die 'Ehrenamtskarte' einführt, die Ehrenamtlichen gewisse Vergünstigungen einräumt. Bayerstorfer hat ihm jedoch mitgeteilt, die Einführung habe man bei einer Bürgermeister-Dienstbesprechung bereits abgelehnt. In einem offenen Brief an den Landrat bezweifelt Jobst, dass dieses Vorgehen korrekt ist, und fordert erneut, den Antrag auf die Tagesordnung zu setzen.

'Eine Bürgermeister-Dienstbesprechung ist unseres Wissens kein Gremium mit Entscheidungsbefugnissen für Angelegenheiten des Kreises', schreibt Jobst. Auch wenn die Verwaltung intern zu dem Ergebnis komme, die Einführung der Ehrenamtskarte solle - aus welchen Gründen auch immer - nicht angestrebt werden, müsse es möglich sein, dass der Kreistag eine eigene, möglicherweise auch gegenteilige Entscheidung trifft. 'Dies ist auch im Landkreis Erding durch die verfassungsgemäße Gewaltenteilung garantiert.' Die Ablehnung, einen Antrag nicht auf die Tagesordnung eines Gremiums zu setzen, zu beraten und darüber abzustimmen, könne nach Jobsts Informationen nur wegen begründeter Unzulässigkeit erfolgen. Dies sei hier keineswegs der Fall. Jobst: 'Das Ehrenamt im Landkreis leistet wahrhaft Großes, wie Sie selbst bei jeder Gelegenheit völlig richtig betonen.

Das Ehrenamt übernimmt teilweise sogar Aufgaben, deren sich Kommunen und Staat aus Kostengründen entledigt haben. Die Kosten, die eine Würdigung des Ehrenamts mit einer Ehrenamtskarte nach sich ziehen würde, betragen einen völlig untergeordneten Bruchteil des finanziellen und zeitlichen Aufwands, den die ehrenamtlich Tätigen tagtäglich freiwillig und ohne Klagen auf sich nehmen.

Artikel SZ 08.10.2011

Zeichen der Anerkennung

ÖDP will Ehrenamtskarte auch im Landkreis etablieren

Erding - Die ÖDP möchte die Ehrenamtskarte im Landkreis Erding etablieren und hat einen entsprechenden Antrag im Kreistag gestellt. Der ÖDP-Kreisrat Karl Heinz Jobst fordert darin, dass der Landkreis eine Fachstelle 'Bürgerschaftliches Engagement' schaffen soll. Sie soll die Anträge für die Ehrenamtskarte ausgeben, prüfen und schließlich die Ehrenamtskarte an Bürger verleihen, 'die sich im Sozialbereich, im Sport und in der Musik ehrenamtlich engagiert haben'. In seiner Begründung schreibt Jobst, dass 21 bayerische Landkreise und sechs Städte bereits Ehrenamtskarten ausgeben. Sie sei 'ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für besonderes bürgerschaftliches Engagement'. Ehrenamt finde vor Ort statt, schreibt Jobst: in der Gemeinde, der Stadt, dem Landkreis, in dem die Ehrenamtlichen wohnen. Dennoch leiste jedes bürgerschaftliche Engagement einen Beitrag zum Gemeinwohl, der über die jeweilige Gemeinde-, Stadt- oder Kreisgrenze hinaus. Die Ehrenamtskarte sei ein Dankeschön an besonders engagierte Bürger.
Wer die bayerische Ehrenamtskarte erhalten möchte, muss sich freiwillig und unentgeltlich durchschnittlich fünf Stunden pro Woche oder bei Projektarbeiten mindestens 250 Stunden jährlich engagieren. Ein angemessener Kostenersatz ist dabei zulässig. Er muss sich mindestens seit zwei Jahren engagieren und mindestens 16 Jahre alt sein. Dafür erhält der Inhaber einer Ehrenamtskarte einige Vergünstigungen, unter anderem zehn Prozent Rabatt bei Schifffahrtslinien auf dem Ammersee, dem Starnberger See, Tegernsee und Königssee. Auch die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung gewährt eine Ermäßigung in Schlössern und Burgen wie auch die staatlichen Museen und Sammlungen mit Ausnahme von Sonderausstellungen.ts

Pressemitteilung v. 19.09.2011

Landkreis Erding soll frei von Agrogentechnik sein!

 

Die ÖDP fordert den Landkreis Erding per Antrag auf, in den Kantinen seiner Kreiseinrichtungen auf gentechnikfreie und regional erzeugte Produkte umzustellen. Gleichzeitig soll dort Aufklärungsarbeit zu dieser Umstellung geleistet werden und eine Beratung für Landwirte anlaufen. Neben all den Gefahren, die von gentechnisch veränderten Pflanzen ausgehen - wie sie das erst kürzlich von der EU zur Imkerei erlassene Urteil aufzeigt - bringt die Gentechnik auf dem Acker vor allen Dingen für die  bäuerliche Landwirtschaft Nachteile. Die Abhängigkeit von wenigen Herstellern, die ihre Spritzmittel auf das gentechnisch hergestellte Saatgut abstellen, wächst und die biologische Vielfalt auf den Feldern wird reduziert. Vor allem auch die biologische Landwirtschaft hat große Gefahren durch die Ausbreitung von gentechnisch verändertem Erbmaterial zu befürchten.

Artikel SZ 12.09.2011

ÖDP fordert Signal der Missbilligung

Erding - Die ÖDP fordert von der Stadt Erding als Reaktion auf den Planfeststellungsbeschluss für die dritte Startbahn, eine Stellungnahme als Signal der Missbilligung sowie eine Informations- und Protestveranstaltung in der Kreisstadt. Dieser Antrag wurde bereits am 4. August gestellt, aber mit Schreiben vom 11. August von Bürgermeister Max Gotz abgelehnt; unter anderem mit der Begründung, der Planfeststellungsbeschluss sei noch nicht zugestellt. Das ist aber mittlerweile geschehen. Nun verlangt die ÖDP, dass ihr Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung gesetzt wird. In der Begründung heißt es: 'Wir halten eine Erklärung der Stadt zum ergangenen Beschluss und eine Diskussion über einen Resolutionsentwurf dazu im Gremium für unumgänglich - auch in der Vergangenheit hat sich die Stadt mit Resolutionen zum Thema dritte Startbahn zu Wort gemeldet. Eine Informationsveranstaltung über einen Beschluss, der die Bürger Erdings erheblich tangieren würde - über Reaktionen und geplante juristische Schritte der Schutzgemeinschaft halten wir für genauso sinnvoll wie über Verkehrsprojekte im Landkreis. Der Stadtrat sollte entscheiden, ob eine solche Veranstaltung gewünscht ist, nicht zuletzt, weil es bereits viele Klagen über eine Zunahme des Flugverkehrs in geringer Höhe über der Stadt gibt.

Pressemitteilung v. 06.09.11

Jetzt zählt nur noch der Erfolg!

Nach dem spektakulären Austritt Herbert Knurs und seines Berglerner CSU-Ortsverbands und den neuerlichen Parteiaustritten in Freising und Wartenberg, wächst doch noch einmal die Hoffnung auf eine wirksame Austrittslawine.

Wie schon in unserem offenen Brief an Herbert Knur vor vier Wochen dargelegt, könnte eine flächendeckende Auflösung der Kommunal-CSU rund um den Flughafen die 3. Startbahn tatsächlich verhindern.

Jetzt wird schonungslos offengelegt, was den Räten und Bürgermeistern wichtiger ist: Der Erfolg im Kampf gegen das Monsterprojekt oder ihre Politikkarriere. Bei genauerem Hinsehen ist es in Freising leider nur ganz am Rande die Startbahnfrage, vielmehr aber interner Machtkampf. Schade!

Enttäuschend, dass die Oberdinger CSU-Räte gar nicht an einen Austritt denken. Bernhard Mückes Ansicht, er könne innerhalb der CSU den „hohen Herren“ auf die Füße treten, ist maßlose Selbstüberschätzung und ein historischer Irrtum.

Wartenberg dagegen lässt die Hoffnung wieder keimen, dass sich weitere Gemeinden dem CSU-Exodus anschließen, um so den Erfolg zu erzwingen. Spätestens seit heute richten sich deshalb alle Augen auf die Stadt Erding, denn jetzt ist der Erdinger CSU-Stadtrat in Zugzwang.

Gänzlich neben der Realität steht Landrat und CSU-Kreisvorsitzender Martin Bayerstorfer mit seiner Meinung, er hätte bei einem Austritt aus der CSU angeblich ein Mitspracherecht zu verlieren. Seine CSU-Hände in Unschuld zu waschen und die Verantwortung auf die Regierung von Oberbayern und das Münchner Rathaus zu schieben, ist Verhöhnung und Verdummung der Startbahngegner zugleich. Er sollte es eigentlich besser wissen, dass in Bayern leider immer noch CSU, Staatsregierung, Ministerialadministration und Bezirksregierung durchgängig ein und dasselbe ist. Der Sippenhaftung kann in einem derart schwer wiegenden Fall nur durch Austritt entgangen werden.

Die 3. Startbahn kann realistisch nur noch politisch gekippt werden, nämlich von Seehofer, Zeil und Konsorten. Es ist möglich! Wir stehen kurz davor, aber nur wenn es die CSU-Kommunalpolitiker großräumig wirklich wollen. Jetzt zeigt sich, wer es ernst meint mit seiner Startbahngegnerschaft, wer sich nur halbherzig anschließt und wer zu feige für wirksame Konsequenzen ist.

Die ÖDP ermutigt noch einmal alle CSU-Kommunalpolitiker in den Landkreisen Erding und Freising, den Parteiaustritt zu vollziehen und sichert ihnen auch ohne Parteibuch volle Unterstützung in den Gremien zu. Jetzt zählt nur noch der Erfolg!

Im Namen des ÖDP-Kreisverbands

Karl Heinz Jobst

Leserbrief zu SZ 26.08.11 "Wachstumsstopp ist eine Illusion"

Am 26.8.11 interviewte die SZ den Ökonom Prof. Alain Thierstein.

Hier einige seiner Äußerungen:

In Deutschland... gibt es nicht mehr viele Regionen, die wachsen können - darüber müsste man hier (Großraum München) froh sein.

...die absolut entscheidende Rolle des internationalen Flughafens München. Ohne den wäre ein wesentlicher Anteil der Entwicklung gar nicht möglich gewesen.

Der Begriff ländlicher Raum ist ein reiner politischer Kampfbegriff. Er ist tot.

...viele Standorte werden nur überleben als erstklassige Wohnstandorte. Und es gibt periphere Räume, dort ist im schlimmsten Falle eigentlich nur noch ein kontrollierter Rückbau angesagt.

Hierzu unser Leserbrief, veröffentlicht SZ 29.08.11

Unerträgliche Arroganz

Zum Artikel 'Wachstumsstopp ist eine Illusion' in der SZ Erding vom 26. August:

Herr Thierstein verkörpert den Technokraten, der Wachstum rein aus wirtschaftlicher Sicht definiert. Seine Sichtweise ist stark eingeengt, weil ihm erkennbar die philosophische und soziale Kompetenz fehlt.

Offenbar hat er mit seinem Kollegen Prof. Holger Magel vom Lehrstuhl für Landentwicklung an der Technischen Universität München keinen Kontakt. Der vertritt nämlich grundsätzlich eine andere Lehre, wie sich Zentrum und Umland zueinander verhalten und entwickeln sollten.

Periphere und ländliche Regionen zu Schlafzimmern für die Großstädte zu degradieren ist grotesk und im Ergebnis menschenverachtend. Erkannte Fehlentwicklungen in der Vergangenheit haben diesen Irrtum offengelegt, aber immer wieder verfallen Wirtschaftstheoretiker dieser simplen zentralistischen Denkweise.

Wachstum ist endlich! - Diese These kommt nicht nur einem Naturgesetz gleich, sondern sie sollte in zivilisierten und aufgeklärten Gesellschaften Maxime der Vernunft für alle Lebensbereiche sein, vor allem auch der Ökonomie.

Verträgliches Wachstum kann angesichts der gigantischen, durch Wachstum ausgelösten globalen Probleme zukünftig nur noch im ökologischen Bereich stattfinden. Alles andere ist Ausbeutung endlicher Ressourcen zum Schaden nachfolgender Generationen.

Die Arroganz derer, die glauben, der Krone der Menschheit anzugehören und über das Schicksal des Restes den Stab brechen zu dürfen, ist unerträglich. Die Expansion des Flughafens im Kontext zur Entwicklung der Metropole München auf Kosten und gegen den Willen des Umlands, zeigt die Grenzen des Wachstums deutlich auf.

Karl Heinz Jobst

 

Pressemitteilung vom 9.8.2011

 

ÖDP-KV Erding und Freising intensivieren Zusammenarbeit

In einer gemeinsamen Sitzung am 9.8.11 in Hallbergmoos vereinbarten die beiden ÖDP-Kreisverbände Erding und Freising, Ihre Zusammenarbeit zu intensivieren, Ziele zu definieren und in regelmäßigen Abständen die Erfolge zu kontrollieren. Aktueller Anlass war der Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern zum Bau der 3. Startbahn, der erwartungsgemäß im Mittelpunkt der Themen stand.

Die Mandatsträger diskutierten erfolgversprechende Strategien zur Verhinderung des Projekts auf juristischer und politischer Ebene. Einig war man sich, auch ohne Tomaten und Eier zu werfen, die Medienpräsenz der Startbahnabwehr deutlich zu erhöhen.

Die persönliche Verantwortung einzelner Politiker und FMG-Vertreter für die Folgen des ungezügelten Expansionswahns müsse individuell und plakativ herausgestellt und so die Mehrheiten im Bayerischen Landtag und in der Stadt München zum Einsturz gebracht werden. Hierzu sollen alle verfügbaren legalen Register gezogen werden, Stil und Ton müssen jetzt allerdings deutlich schärfer werden.

Offener Brief an Herbert Knur 3.8.11

Sehr geehrter Herr Knur,

am 28.07.2011 wurden Sie in Zusammenhang mit dem Planfeststellungsbeschluss zur 3. Startbahn im Erdinger Anzeiger mit folgendem Artikel zitiert:

„Mehrfach hatte der Berglerner Gemeindechef schon angekündigt, aus der Partei auszutreten, sollte die Variante 5 b der dritten Startbahn realisiert werden. Und dabei bleibe er auch, sagte der Chef der CSU-Kreistagsfraktion gestern. Zu welchem Zeitpunkt das geschehen soll, ließ er noch offen.“

Zu dieser sinngemäßen Aussage beglückwünsche ich Sie. Sie zeigt einmal mehr, dass Ihr Standpunkt eindeutig ist und Sie Konsequenzen zu ihrem persönlichen Nachteil nicht aus dem Weg gehen wollen. Hierfür gebührt Ihnen schon heute allerhöchste Anerkennung.

Die Verhinderung der 3. Startbahn ist einen solchen Schritt allemal wert. Ich fürchte nur, dass ihr alleiniger Austritt als ultima ratio bei Weitem nicht ausreichen wird, um ein nachhaltiges Umdenken in der Staatsregierung zu erreichen.

Anders sähe die Sache allerdings aus, wenn Sie als Fraktionsvorsitzender der Kreistags-CSU alle Ihre Bürgermeisterkollegen und Kreisräte dafür begeistern und mitreißen könnten, Ihrem Beispiel zu folgen und in einer gemeinsamen Aktion die Parteibücher abzugeben.

Noch wirksamer wäre die gleichzeitige Auflösung sämtlicher CSU-Ortsverbände und der Kreisverbände in den Landkreisen Erding und Freising. Man stelle sich vor, welche Signalwirkung dieser Eklat hätte. Daran käme die Staatsregierung nicht vorbei.

Die regionalen CSU-Gremien und Verantwortlichen lehnen, wenn man ihren Aussagen glauben darf, die 3. Startbahn vehement ab. In der Veranstaltung mit Minister Herrmann haben dies Kreisrätin Ulrike Scharf-Gerlspeck, Landrat Martin Bayerstorfer und Bürgermeister Max Gotz erneut betont.

Sehr geehrter Herr Knur, nehmen Sie bitte ihre Parteikollegen an der Hand und vollziehen Sie den angekündigten Austritt mit Stil und Größe!

Sie werden dafür ungeahnte Unterstützung, Sympathie und Anerkennung von allen Seiten erfahren und zu einem herausragenden Symbol des Widerstands gegen die 3. Startbahn werden. Für den Verlauf der kommenden gerichtlichen Auseinandersetzungen und die Motivation der Kläger hätte dies eine enorme Bedeutung.

Mit freundlichen Grüßen

Karl Heinz Jobst

Im Auftrag des ÖDP Kreisverbands

 

Leserbrief MM 4.8.2011

 

Mehr Mut zur Verkehrswende

Die Nordumfahrung hat ihre Ursache in einem Flughafen, den die Bevölkerung im Landkreis nicht wollte. Mit ihrem Bau resignieren wir vor einem krebsartigen Wachstum der Region, das wiederum unzählige Folgeprobleme nach sich zieht.

Verkehrsprognosen mit apokalyptischen Steigerungsraten werden gottgegeben hingenommen. Uns fehlt der Wille, gegen die Ursachen des Übels vorzugehen. Wir können nicht mehr agieren, sondern nur noch mit Flickwerk auf wachsende negative Entwicklungen reagieren.

Denn der tägliche Pendlerstau ist nicht das Problem selbst, das beseitigt werden muss, sondern nur das Symptom für die Krankheit unserer Gesellschaft. Sie nimmt wegen Sachzwängen sogar Selbstzerstörung bedauernd in Kauf.

Heute verbinden neue Straßen nicht mehr, sondern sie zerschneiden, zerstückeln, trennen, verdrängen, töten und vernichten. Die Bürger erkennen das und organisieren Widerstand, für den sie zu Unrecht gescholten werden. Eine neue Straße dieses Ausmaßes teilt nicht nur Landschaften, sondern stiftet Streit und Feindschaften über viele Jahre. Und wofür das alles?

Zielführend ist es dagegen, den Verkehr einzuschränken. Bis hierhin und nicht weiter! Denn wir können Asphalt nicht einatmen und Beton weder essen noch trinken.

Die ÖDP lehnt den Bau der Nordumfahrung ab und auch die Suche nach einer „verträglichen“ Trasse kommt nicht in Frage. Dabei geht es nicht nur um Brachvögel auf der Wiese oder Frösche im Teich, denn deren Verdrängung ist nur der Beginn unseres eigenen Verschwindens.

Gegen zu viel Verkehr helfen keine neuen Straßen, sondern nur Kreativität zu seiner Eindämmung. Und es braucht den Willen zum Umdenken in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und auch im privaten Bereich.

Im Zuge der eingeleiteten Energiewende muss jetzt auch die Verkehrswende als bedeutender Teil des Klimaschutzes folgen.

Halten wir uns vor Augen, dass wir in dieser Welt auch nur Frösche sind. Aber im Gegensatz zu diesen ist die Mehrheit der Menschen selbstzerstörerisch wie kein anderes Lebewesen. Menschen entschuldigen ihr Fehlverhalten einfach mit Fortschritt und Wachstum und narkotisieren damit Wissen und Gewissen.

Pressemitteilung vom 21.05.2011

ÖDP treibt Energiewende voran

 Beim Stammtisch der ÖDP Erding am 18.05.2011 in Kirchasch stand die notwendige Energiewende ganz im Mittelpunkt des Abends. Kreisrat Karl-Heinz Jobst erläuterte den anwesenden Mitgliedern und Interessierten den aktuellen Kreistagsantrag der ÖDP zur Nutzung der Windkraft. Demnach soll der Kreistag den Regionalen Planungsverband mit der Erkundung und Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windkraft im Landkreis Erding beauftragen. Eine Potentialstudie habe ergeben, dass im Landkreis bei der Nutzung der Windkraft der größte Nachholbedarf besteht. Die Maßnahme diene der Planungssicherheit für Investoren und der Akzeptanz bei den Bürgern, wenn Mindestabstände, sowie Natur und Landschaft schützende Kriterien bei der Standortsuche von vornherein berücksichtigt werden. Der Landkreis Erding müsse einen angemessenen Anteil zur Energiewende beitragen. Jobst ging auch auf einen ähnlichen Antrag der CSU ein. Dieser sei zwar oberflächlich, aber unschädlich, man könne ihm notfalls sogar zustimmen. Er bliebe jedoch unverbindlich und verursache deswegen unnötige Kosten. Die Begründung zeige, dass in der CSU noch nicht die Förderung der Windkraft, sondern zunächst die Verhinderung von zu viel Windkraft im Vordergrund stehe. Der richtige Weg zur Windkraft sei eindeutig derjenige über die Festsetzung im Regionalplan.

In seinem Bericht vom Landesparteitag informierte Kreisvorsitzender Stephan Treffler darüber, dass die Delegierten für eine bessere Förderung der Einspeisung von Windenergie gestimmt und ein Sofortprogramm zur Energieeffizienzsteigerung beschlossen hätten. Dieses solle durch Mittel für den Neubau von Straßen finanziert werden. Mit überwältigender Mehrheit habe der Parteitag der bayerischen ÖDP auch für ein Volksbegehren zur Auflösung des Landtags gestimmt, falls Isar1 wieder ans Netz gehen sollte. "Sollten sich die Atomausstiegsankündigungen der CSU als reine Wählertäuschung herausstellen, dann werden wir mit Hilfe der Bürgerinnen und Bürger Neuwahlen erzwingen.", so Treffler, der beim Parteitag zum stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt wurde. Dies nahm Kreisrätin Roswitha Bendl zum Anlass, ihm für seine engagierte Arbeit zu danken und ihm im Sinne der Partei viel Erfolg und den Einzug in den Bayerischen Landtag 2013 zu wünschen.

Außerdem berichtete Kreisrat Jobst über die Mobilfunkproblematik, die durch die Einführung des digitalen Behördenfunks an Brisanz gewonnen habe. Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern hat als Zusammenfassung ihrer Konferenz Ende 2009 in Norwegen das „Seletun“-Papier veröffentlicht. Darin wird als Wertung zahlreicher Studien eindeutig die gesundheitliche Schädlichkeit von Mobilfunkstrahlung festgestellt. Die Forscher fordern, die veralteten Grenzwerte völlig neu zu überarbeiten, die Strahlenbelastung deutlich zu senken und gleichzeitig strengere Vorsorgemaßnahmen einzuführen. Auch der Europäische Rat hat zum wiederholten Mal in seinem aktuellen Report vom 06.05.2011 bestätigt, dass es schädliche Auswirkungen auf Lebewesen auch bei Strahlenbelastung unterhalb der Grenzwerte gibt. Der Rat fordert ebenfalls eine grundlegende Überarbeitung der Grenzwerte und die Anerkennung des Vorsorgeprinzips. Bei weiterer Missachtung der Empfehlungen durch die Regierungen sieht Jobst nur noch den Weg über eine Normenkontrollklage gegen die geltenden Grenzwerte.

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Pressemitteilung vom 19.05.2011

ÖDP-Denkmal an Familien

Am Internationalen Tag der Familie am 15. Mai baute Erdings ÖDP ein Denkmal an Familien. Dafür sammelten ÖDP-Politiker schon Tage vorher und während der Aktion Wünsche von Eltern und Kindern, die sie dann auf Pappschachteln klebten und zu einem Denkmal am Grünen Markt in Erding aufbauten.

Besonders häufig geäußert wurde der Wunsch nach einer besseren, auch finanziellen Anerkennung der Leistung von Müttern und Vätern. Doch auch das Thema Bildung brennt Erdings Eltern nach wie vor auf den Nägeln, kleinere Klassen und eine bessere Betreuung und Förderung der Kinder stehen hier ganz oben auf der Wunschliste. Im kommunalen Bereich wurden neben einer Kinderabteilung im Kreiskrankenhaus auch einfache Verbesserungen wie ein Zebrastreifen an der Alten-Römer-Staße in Langengeisling vorgeschlagen. "Wir werden die Wünsche der Eltern nun aufgreifen und Verbesserungen herbeiführen", so Kreisrat Stephan Treffler. Er freue sich grundsätzlich darüber, dass viele Forderungen den Programmen der ÖDP auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene entsprechen. "Die Wünsche der Erdinger Familien helfen uns dabei, unserem Ruf als Familienpartei noch gerechter zu werden."

Die ÖDP nutzte den Internationalen Tag der Familie auch, um den Eltern für ihr Engagement und ihren Einsatz zu danken. Für die Passanten gab es Schokoherzen und die Kinder konnten am Glücksrad kleine Preise gewinnen.

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Pressemitteilung vom 17.05.2011

ÖDP bekräftigt Entschlossenheit zur „Aktion 18.3“

Treffler: „Wenn Isar 1 wieder ans Netz geht, lösen wir den Landtag auf.“

Mit Besorgnis hat der stellvertretende ÖDP-Landesvorsitzende und Kreisvorsitzende Stephan Treffler zur Kenntnis genommen, dass das Atomkraftwerk Isar 1 nicht auf der Liste jener Reaktoren steht, die Bundesumweltminister Röttgen heute zur sofortigen Stilllegung vorgeschlagen hat. „Wir werden den Landtag nach Art. 18.3  der Bayerischen Verfassung auflösen, falls der nur 40 Kilometer von Erding entfernte uralte Reaktor Isar 1 noch einmal hochgefahren wird“, stellt Treffler fest. Die Staatsregierung sei gut beraten, jetzt bei der Bundesregierung zu intervenieren und Isar 1 auf die Stilllegungsliste setzen zu lassen, so Treffler, der deutlich macht, dass andernfalls der Kreisverband Erding für die notwendige Unterschriftensammlung bereits in den Startlöchern stehe.
Der ÖDP-Politiker weist auch darauf hin, dass es in der CSU und vor allem in der FDP noch immer einen nachhaltigen Widerstand gegen die neue atomkritische Seehofer-Söder-Linie gibt. Da könne ein wenig Druck durch die in Sachen Volksbegehren erfahrene ÖDP nicht schaden.

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Pressemitteilung vom 13.05.2011

Deutschland soll den EurAtom-Vertrag kündigen

30.000 Bürgerinnen und Bürger haben eine Petition der ÖDP unterzeichnet, die fordert, dass Deutschland aus dem EurAtom-Vertrag aussteigt, der einseitig die Förderung der Atomenergie vorschreibt. Am gestrigen Freitag hat der Bundesvorsitzende der ÖDP, Sebastian Frankenberger, die Unterschriftenlisten im Deutschen Bundestag eingereicht. Auch in Erding hat die ÖDP fleißig gesammelt, mehrere hundert Unterstützer der Petition sind aus dem Landkreis.

"Es kann nicht sein, dass Deutschland nach Fukushima weiterhin den Ausbau der Atomkraft in Europa finanziell fördert", so der stellv. Kreisvorsitzende Stefan Grabrucker. "Das Geld, das in die veraltete Kernkraft fließt, muss schleunigst in den Ausbau erneuerbarer Energien und in Energieeffizienzprogramme investiert werden."

Der Inhalt der ÖDP-Petition wird in den nächsten Monaten im Petitionsausschuss diskutiert werden. Dann müssen die Bundestagsparteien Stellung beziehen und beweisen, dass ihnen der Ausstieg aus der Atomenergie ein wirkliches Anliegen ist.

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Pressemitteilung vom 09.05.2011

Das Foto zeigt von links nach rechts den bisherigen Landesvorsitzenden Bernhard Suttner, den neuen Landeschef Klaus Mrasek, die stellv. Landesvorsitzende Agnes Becker, Stephan Treffler und den Landesschatzmeister Gerhard Mai.

Treffler neuer ÖDP-Vizechef in Bayern

Einen großen Wahlerfolg konnte beim Landesparteitag der ÖDP Bayern in Ansbach an diesem Wochenende die Erdinger ÖDP verbuchen: Der Erdinger Kreisvorsitzende Stephan Treffler wurde von den Delegierten mit über 98% der Stimmen zum stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. Er erzielte mit Abstand das beste Ergebnis aller Kandidaten.

Nach 20 Jahren an der Spitze der bayerischen ÖDP trat der Straubinger Bernhard Suttner (62) nicht mehr zur Wahl an, um einen Generationswechsel zu ermöglichen. Neuer Landesvorsitzender wurde der 47jährige Polizeihauptkommissar Klaus Mrasek aus Amberg, ihm zur Seite stehen neben Stephan Treffler die 30jährige Tiermedizinerin Agnes Becker aus Wegscheid, der Finanzbeamte Gerhard Mai aus Moosburg und die Beisitzer Manuela Forster aus Nürnberg, Franz Hofmaier aus Ingolstadt, Kalrheinz Binner aus Neustadt, Ulrich Hoffman aus Neu-Ulm und Oswald Zöller aus Deggendorf.

Erklärtes Ziel der neuen ÖDP-Führung ist der Einzug in den Landtag. Und dieser könnte schneller kommen, als gedacht. Denn wenn es nach der ÖDP geht, findet die nächste Landtagswahl schon vor dem regulären Termin im Herbst 2013 statt.

Fast einstimmig wurde auf dem Landesparteitag ein Antrag angenommen, der vorsieht, den Bayerischen Landtag per Volksentscheid aufzulösen, falls das Atomkraftwerk Isar1 wieder ans Netz geht. "Wir werden nicht zulassen, dass CSU und FDP in einigen Monaten wieder zur Tagesordnung übergehen und alles so bleibt wie bisher", so Stephan Treffler. "Isar1 muss dauerhaft abgeschaltet werden - und dann müssen die anderen Atommeiler folgen." Sollte die Staatsregierung ihr Versprechen brechen und Isar1 wieder hochgefahren werden, dann müsse nach Ansicht der ÖDP das Volk in einer Neuwahl entscheiden, welche Politik in Bayern gemacht werden soll.

Weitere Informationen zum Parteitag beim Bayerischen Fernsehen unter:

http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/rundschau/politik-wahl-oedp-ID1304786576423.xml

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Pressemitteilung vom 21.04.2011

Unterschriften gegen EurAtom

An einem Infostand sammelten am Mittwoch, den 20.04.2011, Mitglieder von Jungen Ökologen und ÖDP Unterschriften für den Ausstieg Deutschlands aus dem EurATOM-Vertrag. In diesem europäischen Vertrag verpflichtet sich Deutschland zur Förderung der Kernenergie - allen Ausstíegsbeteuerungen der Bundestagsparteien zum Trotz. Mit einer Petition an den Deutschen Bundestag möchte die ÖDP deshalb Druck auf die Politiker ausüben, damit den Worten endlich auch Taten folgen.

Bei den Erdingern rannten die Ökodemokraten mit dieser Initiative offenbar offene Türen ein. "Wir haben sehr viel Unterstützung erfahren, mehr als 80 Unterschriften in zwei Stunden sind ein toller Erfolg", so Tobias Hopfner von den Jungen Ökologen.

Wer die ÖDP-Petition noch unterstützen möchte, findet Unterschriftenlisten und weitere Informationen unter:

http://www.oedp-bayern.de/aktuelles/aktionen/euratom-ausstieg/

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Pressemitteilung vom 27.03.2011

ÖDP fordert Erklärung von MdL Schwimmer

Die Katastrophe im japanischen Fukushima hat deutlich gezeigt, dass die Risiken der Atomkraft nicht beherrschbar sind. Mittlerweile geben auch Politiker von CSU und FDP vor, plötzlich auf die seit Jahrzehnten bekannten Gefahren aufmerksam geworden zu sein. Wie ernst dieser Wandel allerdings ist, beweist das Abstimmungsverhalten vieler CSU-Abgeordneter im Bayerischen Landtag. Am 17. März stand ein Antrag zu Abstimmung, der eine dauerhafte Abschaltung des veralteten Reaktors Isar1 bei Landshut forderte. Die CSU-Fraktion stimmte mehrheitlich gegen diesen Antrag, auch der Erdinger Landtagsabgeordnete Jakob Schwimmer. Die ÖDP fordert nun eine Erklärung. "Herr Schwimmer soll uns Bürgerinnen und Bürgern, die er ja angeblich vertritt, erläutern, weshalb er gegen die dauerhafte Abschaltung von Isar1 ist.", fordert der stellv. Kreisvorsitzende Stefan Grabrucker. "Alle Experten sind sich einig, dass Isar1 noch nicht einmal den Absturz eines Flugzeuges unbeschadet überstehen würde."

Die ÖDP deutet das Abstimmungsergebnis als weiteren Hinweis darauf, dass die CSU nicht ernsthaft aus der Atomkraft aussteigen, sondern sich lediglich über die Landtagswahlen in Baden-Württemberg retten wolle. Deshalb unterstützt der Erdinger ÖDP-Kreisverband die Pläne der bayerischen Ökodemokraten, bei einem Wiederanfahren von Isar1 den Bayerischen Landtag durch ein Volksbegehren aufzulösen. "Wenn die CSU den Willen der Bevölkerung derart missachtet, dann muss das Volk in Neuwahlen entscheiden."

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Pressemitteilung vom 25.03.2011

ÖDP gegen die Streichung des Blühflächenprogramms in Bayern

In seiner letzten Sitzung hat sich der ÖDP Kreisverband klar gegen die Streichung der Mittel im Blühflächenprogramm als Instrument des bayerischen Kulturlandschaftsprogramms ausgesprochen. Vorstandsmitglied Christian Kainz sagte, es sei unverständlich, dass die bayerische Staatsregierung dieses erfolgreiche Programm, das in den letzten Jahren immer besser von den Landwirten angenommen wurde, einstellen will. Wie auch der Bund Naturschutz in Bayern weist die ÖDP darauf hin, dass heute in den immer intensiver genutzten landwirtschaftlichen Flächen ein dramatischer Mangel an Nahrungsangebot für Insekten, wie Schmetterlinge, Wildbienen und Hummeln herrscht. Auch für Vögel und Niederwild sind solche Ausgleichsflächen überlebenswichtig.

Wenn nun auch noch die letzten Mittel staatlicher Förderung und Lenkung  in diesem Bereich ausbleiben, wird dadurch das Artensterben in Bayern weiter beschleunigt, so Kainz. Die ÖDP unterstützt daher auch eine Unterschriftenaktion des bayerischen Jagdverbands, mit der er eine sofortige Wiederaufnahme des Blühflächenprogramms von der Politik fordert.

Ein Hauptziel der bayerischen Landwirtschaftspolitik in den nächsten Jahren muss daher sein, den Anbau von Energiepflanzen, die benötigten Flächen für Milchviehhalter und Nahrungsmittelproduktion, aber auch ein Netzwerk von naturbelassener  Ausgleichsflächen für Pflanzen und Tiere in sinnvoller Weise zu koordinieren  und aufeinander abzustimmen.

Hierbei darf der Staat sich nicht immer weiter zurückziehen und die Entwicklung dem freien Markt überlassen, sondern muss seiner Verantwortung gerecht werden und im Sinne eines nachhaltigen Allgemeinwohls lenkend eingreifen und klare Rahmenbedingungen vorgeben.

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Pressemitteilung vom 04.02.2011

ÖDP will Bürgerbeteiligung bei Großprojekten erhalten

Ökodemokraten unterstützen Bund Naturschutz

Die ÖDP im Landkreis Erding unterstützt eine Aktion des Bund Naturschutz an Bundeskanzlerin Merkel. "Wir fordern die Bundeskanzlerin auf, Bundesinnenminister Thomas de Maizière in die Schranken zu weisen. Er soll von seinem Gesetzentwurf, der eine Beschneidung der Bürgerrechte bei Großprojekten vorsieht, Abstand nehmen", so Stephan Treffler, Kreisvorsitzender der ÖDP.

Nach den veröffentlichten Planungen aus dem Bundesinnenministerium soll unter anderem der bisher verpflichtende öffentliche Erörterungstermin bei der Planung von Großprojekten abgeschafft werden. "Mit diesem Gesetzentwurf will man der Wirtschaft das Leben leicht machen und kümmert sich deshalb nicht um den Willen der Bürger", empört sich Treffler. Der ÖDP-Politiker erinnert an Artikel 20 des deutschen Grundgesetzes, in dem es heißt, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgehe. "Die Zeit, in der die Politik über die Köpfe der Menschen hinweg entscheidet, muss endlich vorbei sein", so Treffler, denn schließlich seien die Bürgerinnen und Bürger der Souverän des Staates. Gerade die Erfahrungen um Stuttgart21 lehrten doch, dass nicht weniger, sondern mehr Bürgerbeteiligung nötig sei. "Übrigens nicht nur in Stuttgart, sondern auch bei Großprojekten wie der 3. Startbahn."

ÖDP-Chef Treffler hofft, dass die Aktion des Bund Naturschutz Erfolg haben wird und ruft die Bevölkerung auf, sich zahlreich an der Kampagne zu beteiligen. Informationen findet man unter www.bund-naturschutz.de

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Pressemitteilung vom 02.02.2011

ÖDP protestiert gegen Isar1

Am letzten Montag nahm eine Abordnung der Erdinger ÖDP an einer Mahnwache gegen den Atomreaktor Isar1 bei Landshut teil. Woche für Woche treffen sich dort etwa 200 besorgte Bürgerinnen und Bürger, um gegen die Lafzeitverlängerung für Atomkraftwerke und für die Abschaltung des alten AKWs Isar1 zu demonstrieren.

Trotz eisiger Kälte unterstützten die Erdinger Ökodemokraten den Protest. "Immerhin liegt Isar1 nur wenige Kilometer vom Landkreis Erding entfernt.", so Christian Kainz aus Fraunberg. "Bei einem Unfall oder Terroranschlag wären weite Teile des Landkreises unbewohnbar." Nachdem der Bundestag die Verlängerung beschlossen habe, liege es nun in der Hand jedes Verbrauchers, den Atomausstieg zu beschleunigen. "Wer zu einem der Ökostromanbieter wechselt, steigt aus der gefährlichen Atomkraft aus und spart sogar oft noch Geld".

Weitere Informationen über diese regelmäßig stattfindende Veranstaltung, bei der auch immer wieder Musiker oder Redner von verschiedenen politischen Parteien auftreten, findet man unter: www.mahnwache-isar1.de .

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