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3 Monate nach 9-Euro

Manche Debatte lässt mich kalt: Wer letztlich das 9-Euro-Ticket bezahlt, ob Bund oder Land oder sonst eine Instanz ist mir egal – es ist so oder so die Steuerzahlergemeinschaft. Was mich mehr beschäftigt ist die eigenartige Gedankenstruktur des Vorhabens. Der billige ÖPNV ist auf 3 Monate begrenzt. Optimisten können jetzt annehmen, dass eine dreimonatige Bus- und Bahn-Erfahrung ganz viele Leute so begeistern wird, dass sie anschließend nicht mehr von dieser Erfahrung lassen möchten… Andere nehmen an, dass die meisten den ÖPNV wieder meiden werden, wenn nach drei Monaten die alten Preis-Verhältnisse wieder gelten.
Mich stört diese zeitlich Begrenzung aus einem tieferen Grund: Man nimmt seitens der Erfinder dieses Projektes offensichtlich an, dass nach einem Vierteljahr alles wieder so sein wird wie es einmal war. Das scheint mir die aktuelle Problemsicht in Berlin gut zu beschreiben: Früher war Normal, heute ist Krise, morgen ist hoffentlich wieder Normal. Nein ihr lieben Ampelmänner und Ampelfrauen: Früher war Erdüberlastung, heute ist Erdüberlastung und morgen darf Erdüberlastung nicht mehr sein. Drei Monate nach 9-Euro ist das frühere Normal immer noch genauso falsch und gefährlich wie es vorher war und immer noch ist. Wir brauchen eine echte Verkehrswende, keinen 3-Monats-Gag.

Autor/in:
Bernhard G. Suttner

Wichtiger Hinweis:
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