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Als Schlagwort beliebt, als Realität gefürchtet

„Transformation“, gerne auch mit der Adjektivergänzung zur „großen Transformation“ aufgeplustert, scheint jetzt als Generalziel viele politische Autoren und Feuilletonisten zu beschäftigen. Ich verwende den Begriff auch gerne – es drängt sich ja wirklich der Gedanke auf, dass vielleicht nicht alles, aber doch sehr vieles anders werden, eben transformiert werden muss. 

Gefährlich wird es jedoch, wenn manche meinen, dass die „große Transformation“ irgendwann in der Zukunft von einer „zuständigen Instanz“ beschlossen und durchgesetzt werden wird. Mit dieser Erwartung lässt sich dann ruhig nach „bewährtem“ Muster weiterwursteln und nach der nächsten Katastrophe wieder die Schuldfrage hin und herschieben, ohne wirkliche Konsequenzen zu ziehen. 

Die „große Transformation“ wird nicht von oben auf einen Schlag beschlossen und durchgesetzt. Eigentlich muss jetzt angesichts der zugespitzten Lage Monat für Monat in Tausenden von Entscheidungsgremien eine Vielzahl von Einzelprojekten durchgesetzt werden – jedes einzelne Projekt ausgerichtet an den Zielen ökologische Effizienz, Suffizienz (Verzicht auf Überflüssiges) und Sicherung einer angemessenen Lebensqualität für möglichst alle. 

Damit dieser Text nicht so theoretisch endet wie er begonnen hat hier ein Beispiel: Die Einführung eines generellen Tempolimits (nicht nur auf den Autobahnen!) wäre als Transformationsprojekt ideal. Es erfüllt alle drei genannten Kriterien und kostet nichts. Dass die Verkehrsentspannung einfach nicht kommt, beweist nur eines: Die „große Transformation“ ist von vielen nur als Schlagwort geschätzt, als Realität aber gefürchtet und deshalb nicht gewollt. 


Wichtiger Hinweis:
Blogbeiträge stellen die persönliche Meinung einzelner Parteimitglieder dar. Diese kann in Einzelfällen von der Programmlage der Partei abweichend sein. Auch ist es möglich, dass zu einzelnen Themen und Aspekten in der ÖDP noch keine Programmlage existiert.