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Giftmüll in der Innenstadt

Es ist Bundestagswahlkampf und da steht man am Samstag als aktives Parteimitglied im Stadtzentrum, informiert über das Programm und wartet auf gute Gespräche.

Die Menschen schlendern vorbei, viele wirken auch am Wochenende gehetzt. Einer wirft mir eine Zigarettenkippe vor die Füße - ein Tritt, um die Glut zu löschen - und jetzt?

Ich habe dann genauer hingeguckt und festgestellt, dass überall jede Menge Kippen in der Stadt rumliegen. Eigentlich ist das eine bußgeldbewehrte Ordnungswidrigkeit: Das Wegwerfen von Abfall in den städtischen Raum oder in die freie Natur ist schlicht verboten!

Die Zigarettenkippe ist noch dazu Sondermüll. Seriöse Quellen melden, dass jede einzelne Kippe eine Vielzahl von Giften enthält. Auf dem Boden landet mit der Kippe nicht nur das für viele Wassertiere tödliche Nervengift Nikotin, sondern auch Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd, Benzol und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Unsere Innenstädte sind objektiv Sondermüllkippen – wegen der vielen Kippen!

Aber nicht nur die genannten Gifte sind ein Problem. Die Zigarettenfilter bestehen aus dem Kunststoff Celluloseacetat und bleiben in der Umwelt über viele Jahrzehnte als Microplastikmüll erhalten. Im Magen verendeter Seevögel und Fische findet man immer wieder diese Zivilisationsrückstände.

Beim, nächsten Infostand hatten wir dann einen Akku-Staubsauger und eine mechanische Kneifzange dabei. Innerhalb von zwei Stunden haben wir in der Fußgängerzone über 1000 Kippen eingesammelt. Ganz nebenbei konnten wir die wertvolle Erfahrung machen, dass der Umgang zivilisierter Menschen mit ihrem eigenen Lebensraum ein jämmerlicher ist.


Wichtiger Hinweis:
Blogbeiträge stellen die persönliche Meinung einzelner Parteimitglieder dar. Diese kann in Einzelfällen von der Programmlage der Partei abweichend sein. Auch ist es möglich, dass zu einzelnen Themen und Aspekten in der ÖDP noch keine Programmlage existiert.