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Neuer Ort

Themen wandern manchmal in der politischen Landschaft von einem Ort zum anderen: Viele Medien und Autorinnen haben heuer den internationalen Frauentag am 8. März dazu genutzt, den Wert der sog. “Care-Arbeit“ zu betonen. Es ging nicht nur um die schlechte Bezahlung im Sektor Betreuung und Pflege, sondern vor allem auch um die Nicht-Bezahlung der Arbeit in Familien. Tenor: Care-Arbeit ist „echte“ Arbeit und „systemrelevant“. 

Als die ÖDP das Thema „volle Anerkennung der familiären Arbeit durch   sozialversicherungspflichtige Bezahlung“ vor bald 40 Jahren ins Programm nahm, galt das als Ausweis von Rückwärts-Orientierung. Heute wissen fast alle, dass Care-Arbeit am besten in freier Wahl durch beide Beteiligten einer Partnerschaft wahrgenommen wird. Das alte Modell - beide 40 Stunden außer Haus, die Kinder möglichst ganztags irgendwo – ist beim größten Teil der jüngeren Leute nicht mehr erstrebenswert. Teilzeit für alle muss normal werden, damit Work-Life-Balance kein Traum bleibt. 

Und bitte nicht vergessen: Die dringend nötige Postwachstumsgesellschaft verträgt sich nicht mit einem falschen Arbeitsethos. „Am besten immer unter Strom, mehr Geld, mehr Konsum, mehr Party - ausruhen kann ich, wenn ich tot bin“ – das macht mehr kaputt als eine irregeleitete Person. Wenn die Menschheit ihren Lebensraum erhalten möchte, müssen wir im globalen Norden insgesamt weniger produzieren und weniger konsumieren. Gewinn: Wir können uns mehr umeinander kümmern und besser leben, bei höherem Zeit-Wohlstand. 

Es freut mich deshalb, dass Care-Arbeit mittlerweile nicht mehr „von gestern“ ist, sondern auch ein positives Thema feministischer Soziologie geworden ist. 

Autor/in:
Bernhard G. Suttner

Wichtiger Hinweis:
Blogbeiträge stellen die persönliche Meinung einzelner Parteimitglieder dar. Diese kann in Einzelfällen von der Programmlage der Partei abweichend sein. Auch ist es möglich, dass zu einzelnen Themen und Aspekten in der ÖDP noch keine Programmlage existiert.