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Vierter Platz

Die Protestformen der Menschen, die immer wieder Blockadeaktionen veranstalten, um auf die Lebensmittelverschwendung und die damit zusammenhängenden Angriffe auf die Klimastabilität hinzuweisen, mögen kontraproduktiv und in Teilen auch gefährlich sein. Man muss sie nicht billigen. 

Die Aktionen dieser Leute, die sich selbst als „letzte Generation“ bezeichnen und die sich zum Teil die Hände an Autobahnauffahrten festkleben, elektrisieren mich aber trotzdem: Wenn es stimmt, dass 1/3 der produzierten Lebensmittel entweder schon auf dem Acker, oder später in der Küche und zwischendrin im Supermarkt ungenutzt „entsorgt“ werden, dann haben wir es mit einer massiven Fehlsteuerung der Wirtschaft zu tun – oder etwa nicht? 

Es wird schlicht zu viel produziert und zu viel gekauft. 

Man lernt in Schule und Uni, dass es keine bessere Steuerung von Angebot und Nachfrage gibt, als den Markt. Obendrein würde sich beim Wirken der Akteure auf dem Markt auch noch der „richtige“ Preis ergeben. Die geschilderte Problemlage stellt das Wunderwerk „Markt“ in Frage: Angebot und Nachfrage pendeln sich auf dem Lebensmittelmarkt offensichtlich nicht ins Gleichgewicht, obwohl wir in einer Marktwirtschaft leben. Offensichtlich hat Ressourcenverschleuderung durch Überproduktion keinen echten Preis. 

Übrigens: Laut EU-Statistik stehen wir Deutsche in der Disziplin „allgemeine Müllproduktion“ aktuell mit 632 kg pro Kopf und Jahr in der EU - nach Dänemark, Luxemburg und Malta – auf Platz 4. Das reicht zwar nicht für eine Medaille… aber immerhin konnten wir unseren Wert seit 2005 um 67 Kilo steigern! Wollten wir in dieser Disziplin nicht viel schlechter werden? Trainingsmangel? Falsche Rahmenbedingungen? Fehlende Motivation?

Autor/in:
Bernhard G. Suttner

Wichtiger Hinweis:
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