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Warmer Regen

„Du erhältst auf Vorzugsaktien 7% Dividende – DM 500“.  Den Text auf der „Ereigniskarte“ unseres ersten Monopoly-Spiels habe ich als Kind in den 6oer Jahren nicht verstanden. Das Geld habe ich immer gerne genommen – es war ja der Sinn des Spiels, mehr und mehr von den bunten Scheinen anzuhäufen. 

Jedes Jahr im späten Frühjahr ist Dividendenzeit. Trotz vielfältiger weltweiter und sehr unterschiedlicher Krisen geht auf die Aktienbesitzer auch heuer wieder ein warmer Regen nieder. Auch der Staat bekommt seinen Teil – aber dieser Teil ist nach meiner Überzeugung viel zu klein. Kapitalerträge werden nämlich pauschal nur mit 25% besteuert - selbst wenn der persönliche Steuersatz eines Aktionärs wesentlich höher, vielleicht sogar in der Nähe des Spitzensteuersatzes von 42% liegt. Kapitalerträge - so kann man das sagen – werden steuerlich also bevorzugt, obwohl sie in aller Regel ganz besonders reichen oder doch ziemlich wohlhabenden Menschen zufließen. (Außerdem geht es selten um bloß dreistellige Beträge, wie in meinem alten Monopoly-Spiel...)

Derzeit gibt es an allen möglichen Stellen für staatliche Unterstützungsmaßnahmen sehr viel zu tun. „Christian Lindner bezahlt, sozusagen“ antwortete kürzlich Minister Habeck etwas zu locker wie ich meine, auf die Frage nach dem Woher der Mittel für all die aktuellen Förderprogramme. 

Ich finde, dass es an der Zeit wäre, endlich auch für höhere Staatseinnahmen zu sorgen. Die pauschal niedrige Besteuerung von Kapitalerträgen muss reformiert werden. Dumm nur, dass wir einen Finanzminister haben, dessen Dogma das Vermeiden von Steuererhöhungen um jeden Preis ist…

Autor/in:
Bernhard G. Suttner

Wichtiger Hinweis:
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