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Pressemitteilung

Wie geht es eigentlich unserem Wald

In einer 2stündigen Wanderung erläuterte der Dorfener Förster und Gemeinderat Walter Zwirglmaier den Teilnehmern anschaulich die Bedeutung und den Zustand des Waldes am Beispiel des Nikolaiwaldes südwestlich von Taufkirchen. Damit der Wald auch in Zeiten der Klimaerwärmung seine Funktion als Wasserspeicher, als Hort der Artenvielfalt und natürlich auch als Holzlieferant weiter erfüllen kann, forderte Zwirglmaier mehr Mischwald statt Monokulturen, ungleichaltrige Bestände und ein ökologisches Gleichgewicht von an jeweiligen Standorten angepassten Baumarten.

An Stellen, wo früher zur Holzgewinnung Fichten-Monokulturen angelegt worden waren, und diese nicht rechtzeitig ausgedünnt wurden, kommt immer weniger Licht auf den Waldboden. Ohne Licht kommen natürliche Abbauprozesse der Laub- und Nadelstreu und die Humusbildung zum Erliegen.  Der meist braune Boden ist leblos, trocknet schnell aus und verliert seine Wasserspeicherfähigkeit.

Zwirglmaier zeigte den Teilnehmern dann ausgedünnte (durchforstete) Waldbereiche. Dadurch kommt wieder Licht am Waldboden an und sofort beginnen am Boden wieder Pflanzen zu wachsen. In dieser Phase kommt es wieder zur Humusbildung am Boden und die Wasserspeicherkapazität sowie die Nährstoffbildung steigt stark an. Auf solchen Böden gehen auch wieder Baumsamen auf und eine junge Generation an Bäumen entsteht. Wenn man Geduld hat, so Zwirglmaier, entsteht ein gesunder widerstandsfähiger Wald mit verschiedenen Baumarten.

Solche Mischwälder trotzen auch besser dem Borkenkäfer. Während beim Befall mit dem Borkenkäfer in einer Fichten-Monokultur meist größere Flächen abgeholzt werden müssen, können im Mischwald alle Nicht-Fichten stehenbleiben. Auch bei Sturmereignissen zeigen sich Mischungen von Pfahl – und Flachwurzlern deutlich widerstandsfähiger als Monokulturen.

Dem Klimawandel kann man mit Baumarten begegnen, die auch höhere Temperaturen aushalten, wie z.B. Atlas-Zeder, Elsbeere, Speierling oder Edelkastanie. Aber das funktioniert nicht unendlich. Letztlich muss der Klimaerwärmung begegnet werden, um die Wälder dauerhaft zu bewahren.

Vor allem sollte man bei der Waldbewirtschaftung in Generationen denken. Und man muss Geduld haben. Außerdem darf man auch nicht alles Holz dem Wald entnehmen. Denn gerade Totholz dient vielen Tieren und Insekten als Lebensgrundlage und dient damit der Artenvielfalt.  Ein zu aufgeräumter Wald ist kein guter Wald, so Zwirglmaier.

Hier ein Beispiel mit zu engem Baumbestand. Es kommt kaum Licht auf den Boden. Dieser Boden ist leblos und verliert seine Wasserspeicherkapazität.

Hier zeigt Walter Zwieglmaier den Teilnehmern einen ausgeforsteten Bereich im Wald. Deutlich sieht man, dass wieder Licht am Boden ankommt und wie Samen aufgehen und viele Pflanzen wieder wachsen. So sieht eine gesunder Waldboden aus. Nicht aus allen Baumtrieben werden große Bäume werden. Wer überlebt, entscheidet die Natur.

Links sieht man den Rest einer Fichten-Monokultur. Rechts davon musste ein mit Borkenkäfer befallener Bereich komplett entsorgt werden. Wäre es ein Mischwald gewesen, hätten alle Nicht-Fichten stehen bleiben können.

Anhand der Zweige erklärte Walter Zwirgelmaier den Unterschied zwischen Tanne und Douglasie. Letztere entwickelt beim Reiben der Nadeln einen typischen Orangenduft.

Da soll es hingehen mit dem Wald: Mischwald statt Monokulturen, gemischte Bestände mit unterschiedlich alten Bäumen, an den jeweiligen Standort angepassten Baumarten. Der Natur soll mehr Zeit gegeben werden, damit sich ein ökologisches Gleichgewicht einstellt, so ÖDP-Mitglied Zwirglmaier.

Die beiden ÖDP-Kreisvorsitzenden Dr. Josephine Arnold (links) und Wolfgang Reiter (rechts) bedankten sich beim Referenten und wiesen darauf hin, dass gesunde Wälder ein wichtiger Baustein sein werden, um dem Klimawandel und der kommenden Wasserknappheit zu begegnen. Sie empfahlen die ÖDP als Gegenpol zu den etablierten Parteien und als Hüterin der Ökologie.

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