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persönlicher Kommentar

Rüstungskonzern baut Stellen ab

Sind Arbeitsplätze wichtiger als der Weltfrieden?

Gestern hat erstmals ein Radiokommentar den Abbau von Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie in Verbindung mit einem Lichtblick für den Weltfrieden gebracht. Das ist in der Tat in unserem wachstums- und wohlstandsorientierten Land eine kleine Denkrevolution. Wie kann es der Sprecher wagen, die jetzt heraufziehenden Unannehmlichkeiten für die Betroffenen in Manching und Unterschleißheim mit Tod und Elend in Syrien, Somalia oder Mali zu vergleichen?

Setzt sich jetzt nach jahrzehntelangem globalem Profitdenken langsam auch globale Verantwortung durch? Ich fürchte, dahin ist noch ein weiter Weg.

Ich habe mich gestern bei meinem syrischen Deutsch-Schüler aus dem Asylbewerber-Container dafür entschuldigt, dass auch deutsche Waffensysteme in seinem Land zum Einsatz kommen und vielleicht sein Haus zerstört und seine Familienangehörigen getötet haben. Das hatte er nicht gewusst.

Wir müssen uns nicht sorgen, dass es der Rüstungsindustrie in der Zukunft schlecht geht. Sie konzentriert und optimiert sich nur. Die Wirkung auf den Weltfrieden wird danach noch verheerender ausfallen, da können wir sicher sein.

Unsere Aufgabe in diesem System wird weiterhin sein, die Flüchtlinge aus aller Welt barmherzig aufzunehmen und uns wieder und wieder bei Ihnen zu entschuldigen und ein winziges Stück unseres Wohlstands mit ihnen zu teilen. Wir sollten aber - wie der Radiokommentator - auch immer wieder aufschreien und die Verhältnisse zurecht rücken. KHJ


Wichtiger Hinweis:
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