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persönlicher Kommentar

„Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich!“ (Bert Brecht)

Leserbrief zu "In Wirklichkeit ist es noch viel schlimmer"

Seit der deutschen Einheit hat sich das Privatvermögen in Deutschland mehr als verdoppelt, während die Staatsverschuldung auf über 2 Billionen angewachsen ist. Die Vermögen liegen bei über 10 Billionen Euro und splitten sich zu fast gleichen Teilen in Geld- und Sachvermögen. 50 Prozent der Bevölkerung besitzen nur 1,7 Prozent dieser Vermögenswerte. Das reichste Prozent besitzt mehr als ein Drittel. Und nicht nur in Griechenland haben wir das Problem immer größerer Haushaltsdefizite. Selbst Deutschland gelingt es nicht, trotz aktuell noch boomender Wirtschaft, Schulden zu tilgen.  Eine „Alternative“ muss her – glauben immer mehr Leserbrief-Schreiber – und auch ich.

Normalerweise glauben wir, jeder Schuldner sei selbst dafür verantwortlich, ob er in die Schuldenfalle tappt. Doch stehen nicht die Volkswirtschaften unter enormen Druck zu wachsen, um den vorhandenen Geldüberschüssen Anlagemöglichkeiten zu bieten? Man kann also nicht über Schulden oder Armut klagen, ohne im gleichen Atemzug den Reichtum und die Dynamik seiner  Entstehung in Frage zu stellen.

Die im ganzen EU-Gebiet verordnete Austeritätspolitik (Sparen, Kürzen) führt nirgendwo zum Schuldenabbau. Die Krise verschärft sich, weil sie die Binnennachfrage abwürgt. Und hier zeigt sich ein besonderer Zynismus bei den etablierten Parteien, die den Bürger als Zweck des politischen Handelns missbrauchen. Als Objekt der Bereicherung wird durch Steuern, Gebühren und überhöhte Preise Geld aus ihm gezogen wie bei einem Bankautomaten.

Es ist nicht einzusehen, warum die Kosten der Krise denen aufgebürdet werden, die am wenigsten dafür verantwortlich sind – die Gering- und Normalverdiener. Die gegenwärtige Politik zerstört die Sozialsysteme, verscherbelt öffentliches Eigentum und blutet die Bevölkerung aus. Außerdem führt sie zu einer Erosion der Demokratie, indem immer mehr Macht in die Hände nicht gewählter Akteure aus Wirtschaft und Finanzwesen wandert.

Diesen Ansatz sehe ich auch bei der marktradikalen und wirtschaftsnahen „Alternative für Deutschland – AfD“ um Professor Lucke. Als einzige nicht im Bundestag vertretene Partei bietet die ÖDP eine Alternative zum Wachstumswahn und Pumpkapitalismus. Leider wird über die ÖDP nur im Lokalteil berichtet und dann zu lokalen Themen.
Rainer Forster


Wichtiger Hinweis:
Blogbeiträge stellen die persönliche Meinung einzelner Parteimitglieder dar. Diese kann in Einzelfällen von der Programmlage der Partei abweichend sein. Auch ist es möglich, dass zu einzelnen Themen und Aspekten in der ÖDP noch keine Programmlage existiert.