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Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung

Rainer Stadler bei Veranstaltung in Erding

Rainer Stadler

Rainer Stadler - Journalist und derzeit Redakteur beim SZ-Magazin, stellte bei einer Veranstaltung der Ökologisch-Demokratischen Partei in Erding die Thesen und Erkenntnisse seines Buches "Vater - Mutter - Staat" vor.

Unaufgeregt aber schonungslos schilderte er, wie seit Jahren und Jahrzehnten eine Politik als familienfreundlich verkauft worden sei, der es in Wahrheit darum ging, die Familien "wirtschaftsfreundlicher" zu machen, bzw. sie dem Arbeitsmarkt vollständig zu unterwerfen.

Wenn Menschen alltäglich eingetrichtert bekämen - auch in offiziellen Dokumenten des Familienministeriums - dass alle Phasen der Nichterwerbstätigkeit bestmöglich überwunden werden müssen, tun sich Eltern schwer, ihren eigentlichen Wünschen nach mehr Zeit mit ihren Kindern nachzugeben.

"Wir alle wissen eigentlich instinktiv", so Stadler, "dass etwas falsch läuft, wenn die ersten Worte des Menschen zur Kinderbetreuerin und die letzten zur Altenbetreuerin gesprochen werden". Auch der eklatante Mangel an Betreuungspersonal in beiden Bereichen verhindere, dass die Betreuung in Einrichtungen so optimal sei, wie es sich z.B. Kleinstkinder wünschen würden oder wie es Alte in Heimen gerne hätten.

Die Aufgabe des Staates sei es, für wirkliche Wahlfreiheit zu sorgen, wie wir sie etwa im ÖDP-Modell des steuer - und sozialversicherungspflichtigen Erziehungs- und Pflegegehalts finden, und nicht den Eltern einzuimpfen, dass der Staat der beste Erzieher und die Vergesellschaftung der Kindererziehung die beste Lösung sei.

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