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Pressemitteilung

Wie kann Umwelt-, Natur und Klimaschutz in Kommunen gelingen?

Mit dieser Frage beschäftigte sich der der Vortrag der Umweltingenieurin Veronika Zwirglmaier vom 04. Februar 2026 im Hotel Henry. Gleichzeitig war er eine Einordnung dessen, was kommunaler Natur-, Umwelt- und Klimaschutz leisten kann.

Intensiv diskutierte die Referentin Veronika Zwirglmaier (mitte) mit den anwesenden ÖDP-Stadtratskandidaten Kreisrat Wolfgang Reiter (l), Landratskandidatin Christina Treffler (2.v.l), Stadträtin Eva Döllel (2.v.r) und dem ÖDP-Ortsvorsitzenden Felix Mayr (r) .

Wir Menschen profitieren von Ökosystemleistungen

Die Referentin zeigte, dass intakte Ökosysteme uns Menschen direkt und indirekt nutzen. Sie sichern, wenn wir sie schützen, zum Beispiel unser Trinkwasser, oder kühlen unsere Städte und Dörfer durch Beschattung und Verdunstung. Die Natur sichert mit Ihren Ökosystemleistungen unsere Lebensgrundlagen. Mit fortschreitendem Klimawandel wird ihre Bedeutung weiter zunehmen. Von der Referentin als auch von den anwesenden ÖDP-Kandidatinnen und Kandidaten kritisch gesehen wird in diesem Zusammenhang zum Beispiel die kostspielige Neugestaltung der Friedrich Fischer Straße in Erding. Anstatt nur wenige Bäume zu pflanzen und den Großteil der Fläche weiterhin versiegelt zu lassen, empfiehlt Frau Zwirglmaier viel mehr neben der Baumpflanzung auch die Flächen, um die Bäume am besten insektenfreundlich zu begrünen. Nur so können die gepflanzten Bäume ihre volle Wirkung entfalten.

Zunächst sollten intakte Ökosystemflächen im Stadtgebiet erfasst werden

Für eine verantwortungsvolle, kommunale Entwicklung empfahl die Referentin die Erstellung eines Landschaftsplans, der als Bestandsaufnahme und Entscheidungshilfe für langfristig nachhaltige Entwicklung dient. Das Ziel muss sein, vorhandene intakte Ökosysteme und Flächen mit Verbesserungspotenzial systematisch zu erfassen. Diese Flächen sollten erhalten und gestärkt werden. Der Landschaftsplan kann außerdem dazu dienen Gewerbe- und Siedlungsentwicklung so zu betreiben, dass wir die Natur mit ihren für uns wichtigen Leistungen erhalten.

Natur-, Umwelt- und Klimaschutz gemeinsam denken

Frau Zwirglmaier betonte, dass Natur-, Umwelt- und Klimaschutz in der kommunalen aber auch in überregionaler Entwicklung nicht getrennt betrachtet werden dürfen. Entscheidend sei die Nutzung von Synergien. Kommunen haben weitreichende Handlungsmöglichkeiten, ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Als negatives Beispiel dafür nannte Frau Zwirglmaier den Bebauungsplan Obere Mooswiesen in Dorfen. Das geplante Baugebiet liegt auf einer ehemaligen Niedermoorfläche. Obwohl diese entwässert wurde, wird noch eine etwa einen Meter mächtige Torfschicht erwartet. Diese wird sich langfristig ungleichmäßig setzen. Bauschäden wie Risse in den Wänden sind wahrscheinlich. Nur eine Baugrunduntersuchung kann solche Risiken frühzeitig aufdecken. Zudem würde der Torf im Falle einer Bebauung weiter abgebaut und erhebliche Mengen klimaschädlichen CO₂ freisetzen. Gleichzeitig gehen weitere wichtige Ökosystemleistungen verloren, darunter der kühlende Effekt auf das Lokalklima sowie die Grundwasserneubildung. Die Ingenieurin betonte Kommunen und Landkreise stehen in der Verantwortung langfristig und verantwortungsvoll zu planen. Allerdings liegt diese Verantwortung auch bei den Bürgerinnen und Bürgern indem sie sich in öffentlichen Beteiligungsprozessen einbringen.

 

 

Die Referentin Veronika Zwirglmaier aus Dorfen bei Ihrem Vortrag im Hotel Henry in Erding

Autor/in:
Wolfgang Reiter
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